Die Landwirtschaft steht am Wendepunkt: Klimakrise, Artensterben und globale Krisen zeigen die Grenzen unseres Ernährungssystems - trotz historisch hoher Produktivität. Die biologische Bewegung hat bewiesen, dass nachhaltigere Landwirtschaft möglich ist, bleibt global jedoch oft eine Nische. Urs Niggli zeigt den nächsten Schritt: Agrarökologie. Sie verbindet ökologische Prinzipien mit lokalem Wissen, sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit und nutzt geschickt wissenschaftliche Innovation. Denn gute Ideen müssen immer wieder neu gedacht werden und auch die beste Umsetzung darf nicht stagnieren. Bio war der Anfang. Agrarökologie ist der Weg zu einer Landwirtschaft, die alle ernähren kann.
Wie sieht eine Landwirtschaft aus, die wirklich zukunftsfähig ist?
Drei Jahrzehnte lang prägte Urs Niggli als Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau die internationale Biobewegung. Heute blickt er mit Sympathie und kritischer Distanz auf ihre Erfolge. Bio hat Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und ökologische Kreisläufe ins Zentrum gerückt. Doch reicht das für die Herausforderungen der Zukunft?
Auf seinen Reisen durch Europa, Afrika, Asien und Amerika begegnet Niggli traditionellen Anbaumethoden ebenso wie Hightech-Landwirtschaft, künstlicher Intelligenz und neuen Züchtungsverfahren. Er fragt: Ist "natürlich" automatisch besser? Braucht Nachhaltigkeit vor allem Verzicht oder mehr Innovation?
Seine Antwort heißt Agrarökologie: kein neues Dogma, sondern die Verbindung von ökologischem Denken, bäuerlicher Erfahrung und moderner Wissenschaft.
Keine Abrechnung mit Bio, sondern ein Plädoyer, seine besten Ideen mutig weiterzudenken.